„Unternehmen Kirche“ entdeckt
„Kirche statt Schule“ hieß es für Lena Schnurbus in ihrem Betriebspraktikum
Zwei Wochen war die Gymnasiastin mit Gemeindereferentin Reinhild Schramm unterwegs
„Schulpraktikum, das haben wir ja noch nie gehabt“, war die erste Reaktion von Reinhild Schramm auf meine Anfrage, „aber das kann ja mal ganz interessant werden.“ So bekam ich meinen Praktikumsplatz als Gemeindereferentin im Pastoralverbund Möhnetal.
Der Beruf Gemeindereferentin ist vielschichtig: vom Vorbereiten von Trauergesprächskreisen oder Gruppenstunden der Kommunionkinder über Hausbesuche bis hin zum Mitfeiern auf karnevalistischen Veranstaltungen. Ich habe in diesen zwei Wochen eine Menge erlebt, viele nette Leute kennen gelernt und wirklich eine Menge Spaß gehabt.
Die erste Woche war eigentlich eine „typische“ Woche der Gemeindereferentin. Ich wurde sehr herzlich am Montagmorgen aufgenommen und ein wenig in die Arbeit eingeführt. Nachmittags habe ich mir eine der Gruppenstunden für die Kommunionvorbereitung angeguckt. Dienstags fing es – wenn auch nicht ganz freiwillig für mich – mit Unterricht an. Es ist nämlich auch eine der Aufgaben von Reinhild Schramm, Seelsorgestunden in der Grundschule in Allagen und der Westerbergschule in Belecke zu unterrichten. Diese sind für jede 3. und 4. Klasse einmal pro Woche. Nachmittags half ich auch beim Vorbereiten einiger Gesprächskreise. Am Mittwoch war dann auch wieder Schule und abends Vorbereitungstreffen.
Am Donnerstag schnupperte ich für einige Stunden in das Pfarrbüro. Die Sekretärin Roswitha Braun erklärte mir die wichtigsten Dinge, die es in ihrem Beruf gibt. Ich half ihr unter anderem beim Drucken der Gottesdienstordnung.
Freitagmorgen nahm mich Reinhild Schramm mit zum verteilen der Krankenkommunion, dies machen sie, der Pfarrer und der Diakon jeden ersten Freitag im Monat. Mit dem Wochenende erwartete mich dann nicht ganz soviel in der Gemeinde, ich habe die Kinderkirche mit vielen verkleideten Kindern besucht und durfte meine Freizeit Zuhause genießen.
Es ist vielleicht aufgefallen, dass ich nicht immer acht Stunden am Stück gearbeitet habe, dies liegt daran, dass in der Gemeindereferenten-Branche die Arbeitszeiten nicht so festgelegt sind, wie zum Beispiel bei Krankenschwestern oder Elektrikern. Es kann zum Beispiel sein, dass man die eine Woche kaum etwas machen muss und in der nächsten sogar das ganze Wochenende im Dienst ist. Es kommt auf die Monate an. Durchschnittlich arbeitet man als Gemeindereferentin aber acht Stunden am Tag.
In der zweiten Woche kam noch eine andere Praktikantin, Simone Kornalewski, hinzu. Sie studiert im Gegensatz zu mir schon und macht ihr Praktikum in Belecke, welches über fünf Wochen geht.
Die zweite Woche war dann mehr so eine „anstrengende“ Woche. Der Montag war ähnlich wie in der Woche zuvor. Abends war noch ein Vorbereitungstreffen für die Kfd Belecke. Am Dienstag fuhr ich mit Reinhild Schramm, Pfarrer Markus Gudermann und Simone nach Günne zu einer ökumenischen Sitzung. Nachmittags half ich dann im Pfarrbüro beim Drucken der Gottesdienstordnung. Mittwoch fing wieder mit der Schule an und nachmittags waren wir auf dem „Mütterkaffee“ der Kfg Belecke.
Da Donnerstag Weiberfastnacht war, musste ich morgens nicht arbeiten und nachmittags besuchte ich mit dem ganzen Seelsorgerteam den Seniorenkarneval. Für abends wurden Simone und ich dann auf den Frauenkarneval der Kfd eingeladen. Freitag war normale Bürozeit und auch mein letzter Arbeitstag. Ich wurde verabschiedet und bekam als kleines Geschenk ein Buch über die Geschichte der früheren „Heilig-Kreuz-Gemeinde“ in Belecke.
Mir hat dieses Praktikum einen großen Einblick in das vielseitige Leben als Gemeindereferentin gegeben und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich kann es allen weiterempfehlen, die vielleicht in diese Richtung gehen möchten. Ich habe mich in Belecke sehr wohl gefühlt und wäre auch gerne noch ein oder zwei Wochen geblieben. Es wird mir jedenfalls gut in Erinnerung bleiben und ich freue mich, dass ich dieses Praktikum gemacht habe. Es hat mir bei meiner Berufswahl geholfen.












