Schulministerin Sommer zeichnete Dr. Grafe aus
"Ich bin doch nicht Reich-Ranicki." Mit diesem Vergleich brach Dr. Ernst Grafe im Gespräch mit NRW-Schulministerin Barbara Sommer am Montagabend das Eis.
Zuvor hatte er im Ständehaus in Düsseldorf aus den Händen der Ministerin eine Auszeichnung für seine Verdienste um Schule und Weiterbildung entgegengenommen. Auf der Bühne war ihm der Vergleich mit dem Literaturkritiker nicht so schnell eingefallen, als ihn WDR-Redakteurin Gisela Steinhauer gefragt hatte, was ihn denn dazu bewege, den Preis anzunehmen. Auf der Bühne hatte der 80-Jährige noch geantwortet: "Ich fühle mich jünger als ich eigentlich bin." Der Umgang mit jungen Menschen mache ihm einfach Spaß - und besonders zu beobachten, wie diese sich zum Beispiel bei Wettbewerben "Chemie entdecken" oder "Jugend forscht" engagieren. Und auch das "wunderbare Nachwuchsorchester" des Warsteiner Gymnasiums bereite ihm viel Freude.Diese Freude hat Dr. Ernst Grafe vor zwei Jahren dazu bewogen, eine Stiftung mit einem Vermögen von 100000 Euro zu gründen mit dem Zweck, begabte Schüler des Gymnasiums in den Bereichen Naturwissenschaften und Musik zu fördern.
Der Warsteiner zählte am Montagabend zu insgesamt 69 Persönlichkeiten und Institutionen, denen für ihr Engagement für Kinder und Jugendliche vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen gedankt wurde. Zur Ehrung vorgeschlagen worden war Dr. Ernst Grafe von Werner Humbeck, Direktor des Warsteiner Gymnasiums. "Ich habe von der Ehrung im Amtsblatt Schule NRW erfahren, daraufhin habe ich den Vorschlag gemacht", habe er eine gute Möglichkeit gesehen, sich auf diesem Weg für das Engagement Grafes zu bedanken. Dem Vorschlag Humbecks stimmte das Ministerium zu.
"Etwa ein Drittel der Personen, die vorgeschlagen wurden, wurden auch geehrt", berichtete Werner Humbeck, der Dr. Ernst Grafe zur Ehrung nach Düsseldorf begleitet hatte und so auch zu einem Gespräch mit der Ministerin bekam.
Barbara Sommer hatte im Anschluss an den offiziellen Teil der Ehrung an den Stehtischen nämlich den Smalltalk mit einigen der Geehrten gesucht. "Man hat mir gesagt, dass ich zu ihnen unbedingt noch kommen muss", hatte sie gehört, dass sich der Gang zum Stehtisch mit Grafe und Gymnasiumsdirektor Werner Humbeck als durchaus unterhaltsam erweisen könnte. Und das tat er denn auch, denn hier fand Dr. Ernst Grafe doch noch die Gelegenheit, seinen Vergleich zu Marcel Reich-Ranicki, der durch seine Ablehnung des Deutschen Fernsehpreises für sein Lebenswerk für Aufsehen gesorgt hatte, anzubringen.
"Es war ein würdiger Rahmen", berichtete Dr. Ernst Grafe nach der gut vierstündigen Veranstaltung, die musikalisch begleitet wurde von den Comedian Harmonists und dem Jugendorchester Human(n) Brass United.
WA, 28.10.08














