Interesse an Chemie geweckt
Zehntklässler des Gymnasiums erhielten 500 Euro Preisgeld für Teilnahme an „Tag der Chemie"
Wie lassen sich Farbstoffe aus Früchten extrahieren? Was hat Biodiesel mit Glycerin zu tun? Welche beruflichen Chancen bietet die chemische Industrie, und welche Studiengänge gibt es in den naturwissenschaftlichen Disziplinen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gab es beim „Tag der Chemie" am Samstag bei der Bayer Schering Pharma AG in Bergkamen. Zu den 48 teilnehmenden Teams gehörte mit Marcel Esser, Tim Hölzemann, Jasper Lachmeyer, Angelika Allerdings und Tessa Bräutigam auch eine Gruppe des Gymnasiums Warstein, die für ihre Teilnahme ein Preisgeld von 500 Euro erhielt.
Gemeinsam mit der Technischen Universität (TU) Dortmund lädt das Unternehmen ein, die Vielfalt der Naturwissenschaften hautnah zu erleben. „Wir hoffen, auf diese Weise auch Interesse an den abwechslungsreichen Berufen zu wecken, die es in der chemischen Industrie gibt", betont der in Niederbergheim wohnende Ausbildungsleiter Karl-Heinz Grafenschäfer mit Blick auf die zukünftigen Schulabgänger. Nützliche Informationen über Studiengänge in den Naturwissenschaften erhalten die Besucher von Referenten der TU Dortmund. Sie informieren darüber hinaus in mehreren Vorträgen über aktuelle Forschungsthemen aus Chemie, Bio- und Chemieingenieurwesen.
Große Resonanz findet am „Tag der Chemie" traditionell der Wettbewerb für Schulmannschaften. Insgesamt stellen sich 48 Teams von Schulen aus Witten bis Paderborn kniffligen Aufgaben rund um Chemie und Technik. Einer von vielen Höhepunkten: Unter fachkundiger Anleitung dürfen die Gäste selbst im Labor experimentieren - genau wie richtige Wissenschaftler. Grafenschäfer: „Beim Extrahieren, Destillieren und Filtrieren, aber auch beim Blick in den technischen und kaufmännischen Bereich, stehen ihnen unsere Ausbilder und Auszubildenden mit Rat und Tat zur Seite."
Die Warsteiner Schüler der Klasse 10 - außerdem gab es Wettbewerbe für die Jahrgangsstufen 6 und 13 - mussten innerhalb von dreieinhalb Stunden unter anderem folgende Aufgaben bewältigen: In einem Rührwerk sollte eine Natronlauge mit Hilfe von Schwefelsäure neutralisiert werden. Die Schüler mussten dazu fortlaufend Proben entnehmen, den pH-Wert mit pH-Papier überprüfen und dann so lange Säure hinzugeben, bis dass ein neutraler pH-Wert erreicht war. „Eine sehr knifflige Aufgabe, wenn man bedenkt, dass es die Schüler hier mit Volumina im Maßstab von mehreren Litern zu tun hatten", so Werner Steinrücke, Chemielehrer am Gymnasium.
Ihre technischen Fähigkeiten konnten die Wettbewerbsteilnehmer beim „Rührwerksrätsel" dadurch unter Beweis stellen, dass sie in einer detaillierten technischen Zeichnung die Fachbegriffe für die Bauteile exakt zuordnen mussten. Gute Mathematikkenntnisse waren gefragt, als es darum ging, aus einer technischen Zeichnung eines U-Profils aus Aluminium das Gewicht dieses Werkstücks zu berechnen. Technisches Geschick und Verstehen mussten die Wettbewerbsteilnehmer bei einer Aufgabe zeigen, bei der sie ein aus neun Einzelteilen bestehendes Teilstück einer Rohrleitung anhand einer technischen Zeichnung zusammensetzen mussten. Computerkenntnisse waren im Sondertechnikum gefragt, wo die Schüler am Computer diverse Schaltungen eines Rührwerks mit Hilfe von Logikbausteinen entwerfen mussten.
Fazit von Werner Steinrucke: „Es war ein spannender, erlebnisreicher Tag, an dem man einmal hinter die Kulissen eines weltweit führenden Pharmaherstellers blicken durfte. Die Schwierigkeiten der im Wettbewerb gestellten Aufgaben lagen weniger in den verlangten chemischen Fachkenntnissen, sondern mehr im Umgang mit unbekannten Geräten und ungewöhnlich großen Stoffmengen zum Beispiel bei der Neutralisationsaufgabe." Insgesamt hätten alle Versuche sehr viel Freude gemacht und man könne diesen spannendenn und lehrreichen Wettbewerb nur weiterempfehlen.












