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Große emotionale Betroffenheit

43-köpfige Gruppe des Gymnasiums machten sich in Buchenwald ein Bild vom NS-Terror - Mit Referaten auf die Fahrt vorbereitet – Viele Schüler entsetzt über das Gesehene

Sich von den schrecklichen Ausmaßen des NS-Terrors ein Bild machen und etwas über das Leben der KZ-Häftlinge erfahren – dies waren einige der Gründe, die insgesamt 43 Schüler des Gymnasiums Warstein dazu bewegten, an der Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald teilzunehmen.

 

Wie auch schon in den Jahren zuvor bot das Gymnasium der Stadt Warstein die Möglichkeit, einmal tiefer in das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte abzutauchen. Mit insgesamt vier Lehrern machten sich die 43 Schüler der Stufe 10 auf den Weg in Richtung des KZ Buchenwald, um dort ihre Erfahrungen zu sammeln.

 

Pünktlich um 8 Uhr verließ der Bus den Parkplatz der Bushaltestelle des Gymnasiums, um gegen 12.30 Uhr in Buchenwald, in der Nähe von Weimar, einzutreffen. Schon einige Kilometer vorher sorgte das von der Autobahn zu sehende Mahnmal für Anspannung im Bus.

 

Bei sonnigstem Wetter und hohen Temperaturen verließen die Jugendlichen das Fahrzeug auf dem großen, im Halbkreis angelegten Parkplatz und konnten sofort in den ehemaligen Kasernen der SS ihre Zimmer beziehen. Danach wurden die Schüler in zwei Gruppen aufgeteilt und jeweils einem Betreuer zugewiesen. Wichtig bei der Aufteilung waren die Referate, die vorher in Kleingruppen vorbereitet worden waren. In einem Stuhlkreis schilderten die Heranwachsenden ihre Erwartungen und Ängste. Zum Teil bestanden große Erwartungen, aber auf der anderen Seite herrschte auch Unbehagen, das dieser Ort mit sich brachte.

 

Es folgte der erste Gang über das sehr große Gelände. Vom Bahnhof über den so genannten „Karachoweg“ bis hin zu dem bekanntem Lagereingang, dessen Tor mit dem zynischem Spruch „JEDEM DAS SEINE“ verziert ist. Zu jeder Stelle gab es schockierende Fakten oder kleine Geschichten. So ist zum Beispiel der Spruch des Lagertors nur von innen und somit nur für die Häftlinge lesbar.

 

Reflexion und Nachbesprechung

 

Am späten Nachmittag endete der erste Rundgang. Nach dem Abendessen fand in den Gruppen eine Reflexion und Nachbesprechung statt. Viele Jugendlichen schilderten ihr Entsetzen über das, was sie am ersten Tag erfahren hatten. Abends konnten sich die Schüler beim WM-Spiel Deutschland gegen Spanien entspannen. Für diese Übertragung wurde in einem der Seminarräume ein Fernseher aufgestellt.

 

Der zweite Tag begann mit dem Frühstück. Anschließend startete der nächste Rundgang über das Gelände. Diesmal hatten die Jugendlichen ihre eigenen Referate mitgenommen und konnten an den jeweiligen Stellen ihren Mitschülern verschiedene Informationen zukommen lassen. Anschließend ergänzte der Betreuer noch weitere Hintergrundinformationen. So wurde die ganze Führung sehr anschaulich gestaltet und es fiel allen leichter, sich die damaligen Zustände vorzustellen. Auch wenn von den Baracken nichts mehr zu sehen war, so sorgten mindestens das Krematorium oder ein Nachbau der Genickschussanlage für große Betroffenheit bei den Jugendlichen. Dort zu stehen, wo einmal die Leichen zu Bergen gestapelt lagen, machte die Heranwachsenden betroffen.

 

Nach dem Mittagessen sollten die Schüler sich ein weiteres Thema raussuchen und es mit Hilfe der dort vorhandenen Mittel bearbeiten, um es am nächsten Tag vorzustellen. Hierzu standen PC-Räume, eine Werkstatt, viele Bücher, ein Museum und ein riesiges Arsenal an Videos zu Verfügung. Am Abend fand beim Essen eine weitere Reflexion statt.

 

Am dritten und letzten Tag wurden die Referate vorgetragen. Viele hatten Plakate erstellt und Fotos ausgedruckt. Nach den verschiedenen Vorträgen hatten die Schüler Zeit, noch einmal alleine über das Gelände zu gehen. Danach trafen sich beide Gruppen an der Gedenkplatte, welche immer auf 37 Grad beheizt ist, um das lebendige Gedenken an die Opfer des KZ Buchenwalds zu symbolisieren. Ein abschließendes Foto folgte. Gegen Mittag fuhr der Bus vor. Mit neuen Erkenntnissen, emotionalen Erfahrungen und gemischten Gefühlen verließen alle wieder diesen Ort der Grausamkeit, an dem rund 56000 Menschen starben.

 

Vergrößerung des Gruppenfotos ...


Donnerstag, 15. Juli 2010

Von: Max Spinnrath, Stufe 10, WA, 13.07.2010





 

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