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Friedensnobelpreisträger von ICAN als Gäste der Bildungspartner

WELTPOLITIK VOR ORT: ICAN UND DAS ATOMWAFFENVERBOT Friedensnobelpreisträger 2017 von ICAN Sascha Hach & Anne Balzer werden unsere Gäste sein.

ICAN ist eine Organisation, die sich offensiv für ein Atomwaffenverbot stark macht. Ihre Arbeit wurde 2017 mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

Alle OberstufenschülerInnen werden die Vertreter der Organisation in einem Vortrag am Montag, 5.2.18 von 9.30 - 11.00 Uhr erleben und mit ihnen diskutieren können.

Bereits am Sonntag davor sind die beiden ab 17.00 Uhr im "Museum Haus Kupferhammer" zu erleben.

 

Welche Gefahr nach wie vor von dieser Art Waffen ausgeht, ist heute durchaus in Vergessenheit geraten. Das folgende Interview aus dem Warsteiner Anzeiger verdeutlicht Aufgaben und Ziele von ican und die Gefahren von Atomwaffen heute bereits sehr deutlich.

 

 

 

 

Herr Hach, wie schätzen Sie aktuell die atomare Bedrohung auf unserer Erde ein?

Die nukleare Bedrohung ist heute extrem groß. Vielleicht ist sie größer denn je. Wir erleben gerade auf verschiedenen Ebenen eine Zuspitzung der Gefährdungslage. Die jüngsten Zahlen weisen einen dramatischen Anstieg der Investitionen in die Herstellung und Weiterentwicklung von Atomwaffen auf, allen voran in den USA, Russland, Frankreich und China. Die Arsenale werden dabei rundum modernisiert und die Einsatzfähigkeit gesteigert. Zugleich hat mit Nordkorea jüngst auch die Zahl der Staaten zugenommen, die Atomwaffen nachweislich besitzen. Es nehmen also Verbreitung und Einsatzbereitschaft zu. Das alles geschieht in einem höchst instabilen sicherheitspolitischen Umfeld. Nie zuvor gab es zwischen so vielen Atomwaffenstaaten so große Spannungen. Es gibt derzeit keinen Atomwaffenstaat, der sich nicht in einer Krisen- oder Konfliktsituation befindet.

 

Für wie gefährlich stufen Sie die Auseinandersetzungen zwischen Trump und Kim Jong-un ein?

 

Kim Jong-un und Donald Trump zeigen beispielhaft, wie eine warnende Karikatur, dass die Abschreckungspolitik die Welt direkt zum Abgrund treibt. Doch handelt es sich hier nicht um ein Zerrbild, sondern die erschreckende Realität. Und Deutschland hält unter Angela Merkel und Sigmar Gabriel an dieser Abschreckungspolitik und der Nuklearen Teilhabe innerhalb der NATO fest. Mit diesem Rückhalt für unberechenbare Größenwahnsinnige gießt die Bundesregierung still und unbemerkt Öl ins Feuer. Ähnlich wie wir es in der Rüstungsexportpolitik der vergangenen Jahre beobachten können. 

 

Kann man sich in Deutschland vor atomarer Bedrohung "in Sicherheit wiegen"?

Die in Deutschland gelagerten Atomwaffen, die B 61, gehören zum Herzstück des amerikanischen Modernisierungsprogramms. Damit steckt Deutschland mitten drin in der nuklearen Aufrüstungsspirale zwischen den USA und Russland. Diese Atomwaffen werden im Ernstfall von deutschen Piloten mithilfe deutscher Trägersysteme von deutschen Militärstützpunkten aus verbracht. Die Bundesregierung ist also aktiv und intensiv involviert. Wie will man sich in dieser Ausgangslage angesichts der atomaren Bedrohung in Sicherheit wiegen?

 

Glauben Sie, dass im nächsten Jahrzehnt Fortschritte in atomaer Abrüstung zu erreichen sind - oder eher das Gegenteil?

Der von den Vereinten Nationen verabschiedete Verbotsvertrag von Atomwaffen ist bereits ein entscheidender, sogar ein historischer Fortschritt. Nie zuvor haben sich die atomwaffenfreien Staaten gewagt, gegen die Atomwaffenstaaten, die sich der Abrüstung verweigern, völkerrechtlich vorzugehen. Jetzt kommt es gerade auf die Alliierten der Atomwaffenstaaten an, Farbe zu bekennen und sich dieser Abrüstungsbewegung anzuschließen. Damit würden sie den Druck auf die Atomwaffenstaaten empfindlich erhöhen. Denn ohne Mitläufer wäre der nukleare Sonderstatus der Atomwaffenstaaten mit einem schmerzlichen Verlust von Reputation, Einfluss und Macht verbunden. Und genau darum geht es ja den Machthabern in Washington, Pjöngjang, Moskau und Paris, wenn sie zur nuklearen Potenzspritze greifen. Sie wollen ihren unbedingten Machtanspruch untermauern oder rehabilitieren. Die einmalige Chance besteht darin, diese fatale Verknüpfung von Macht und Prestige mit Atomwaffen umzudrehen. Genau das leistet das Atomwaffenverbot.

 

Was raten Sie Menschen, die sich in diesem Sinne engagieren wollen?

Wenn Sie die Wahl haben, wählen Sie nicht die Angstmacher und diejenigen, die sich aufblähen und besonders hart scheinen wollen. Wählen Sie Politikerinnen und Politiker, die den Mut haben, neue Wege zu gehen, um nicht alte Fehler zu wiederholen. Schließen Sie sich ICAN an und erzählen Sie ihren Freunden und Bekannten, dass es Alternativen gibt. Gehen Sie auf die Straße und demonstrieren Sie mit uns, um uns Gehör zu verschaffen. Zeichnen Sie unsere Petitionen und schreiben Sie ihren Abgeordneten. Bleiben Sie beharrlich, denn die Widerstände sind immens.

 

Welcher Stellenwert hat für Sie die Preisverleihung des Friedensnobelpreises?

Er hat dem Atomwaffenverbot und unseren politischen Zielen die Aufmerksamkeit verliehen, die sie verdient haben. Es war höchste Zeit, dass die Öffentlichkeit von ICAN und der Bewegung der atomwaffenfreien Staaten erfährt. Trotz historischer Erfolge haben wir es kaum geschafft, mit der Dringlichkeit unserer Forderungen durch das Dickicht der täglichen Berichterstattung durchzudringen. Der Friedensnobelpreis hat hier wie eine Lichtung gewirkt, doch der mediale Dschungel wächst mit den Negativmeldungen rasch wieder zu.

 

Welche Rolle spielt die internationale Netzwerkarbeit?

Das internationale Netzwerk war entscheidend für unsere politischen Erfolge. Die Abrüstungsbewegung, für die ICAN steht, spannt sich über Kontinente hinweg über den gesamten Globus. Sie umfasst Friedensorganisationen ebenso wie Humanitäre Organisationen und NGOs aus den Bereichen Gesundheit, Umwelt und Menschenrechte. Ohne den schnellen Informationsaustausch und das pragmatische Vorgehen von ICAN über Grenzen hinweg, wäre das Atomwaffenverbot wohl kaum zustande gekommen.

 

Friedliche Nutzung der Kernkraft - inwieweit ist das für sie akzeptabel?

ICAN steht der friedlichen Nutzung der Kernkraft sehr kritisch gegenüber und lehnt sie ab. Die Nukleartechnologie ist eine so genannte Dual Use Technologie, das heißt die zivile Nutzung öffnet auch immer die Tore zur militärischen Nutzung. Ohne die zivile Nutzung von Atomenergie einzudämmen lässt sich daher die nukleare Bedrohung durch Atomwaffen nicht beenden.

 

Welche Bedeutung hat für Ihre Arbeit die Präsenz vor Ort - wie etwa der Vortrags- und Gesprächsabend im Haus Kupferhammer in Warstein?

Ob wir gegenüber der Bundesregierung unsere Ziele durchsetzen - der Abzug der Atomwaffen aus Deutschland und der Beitritt der Bundesrepublik zum Atomwaffenverbot - wird davon abhängen, wie viele Menschen wir erreichen und überzeugen, uns zu unterstützen. Wir sind ein kleines Team in Berlin und können daher natürlich nicht überall sein. Je mehr wir es aber schaffen, in die Breite und Tiefe zu gehen, also vor Ort Menschen anzustiften, unsere Botschaft in ihre Netzwerke weiterzutragen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass wir die nukleare Spirale stoppen. Wenn die Welt überall durch Atomwaffen bedroht ist, kann ihre Rettung auch nur von überall her gelingen. Die Welt wird also auch von Warstein aus gerettet.

Reinhold Großelohmann > > Redaktion > > Warsteiner Anzeiger


Donnerstag, 1. Februar 2018



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