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Wenn Atombombe Warstein treffen würde...

ICAN-Repräsentanten erstaunt über großes Interesse an Atomwaffenthema im Haus Kupferhammer und dem Europa-Gymnasium Warstein

Einmal mehr belebt die Bildungspartnerschaft zwischen Gymnasium und Museum Haus Kupferhammer die Lernmöglichkeiten der Gymnasiasten.

„Zum ersten Mal haben wir einen Friedensnobelpreisträger zu Gast in Warstein.“ Dass Bernhard Enste am Sonntagnachmittag zwei Vorstandsmitarbeiter des deutschen Büros der internationalen Kampagne ICAN als Referenten im Haus Kupferhammer begrüßen durfte, erfüllte ihn mit besonderem Stolz. Für Geschäftsführer Sascha Hach und Pressesprecherin Anne Balzer war das Interesse der Warsteiner an ihren Ausführungen zur „weltweiten atomaren Abrüstung“ erstaunlich groß. Mit diesem Thema, so Hach, könne man eigentlich keinen Blumentopf gewinnen: „Die Leute meiden es wie die Pest.“ Erst durch die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Organisation ICAN, die auf internationaler Ebene 450 Friedensorganisationen bündelt, seien die politischen Ziele der Atomwaffengegner ins Licht einer breiteren Öffentlichkeit gerückt.

Inzwischen werde ICAN zu weltpolitischen Themen angefragt: „Wir sind in großen sicherheitspolitischen Salons unterwegs.“ Die Abwehr vieler Menschen, sich Gedanken über das Horrorszenario einer nuklearen Katastrophe zu machen, sei jedoch immer noch spürbar. Dabei könne man sich in Zeiten, in denen Machthaber wie Kim Jong-un und Donald Trump die Macht hätten, einen atomaren Krieg auszulösen, keinesfalls in Sicherheit wiegen. Beide seien eine Karikatur dafür, dass Abschreckungspolitik die Welt in den Abgrund treibe.

Einfluss auf die Bundesregierung, die als NATO Bündnispartner an dieser „Abschreckungspolitik“ beteiligt ist, versucht ICAN unter anderem durch kleine Aktionen zu nehmen. So installierten Aktivisten kurz vor den Bundestagswahlen zu nächtlicher Stunde eine Lichtprojektion an einer Wand der CDU-Bundesgeschäftsstelle in Berlin mit der Aufforderung: „Frau Merkel, unterschreiben Sie das UNAtomwaffenverbot!“ Warum, so fragte der Referent in die Runde, gibt es für Atomwaffen keine Ächtungsregel, wo sie doch keinesfalls mit internationalem Völkerrecht vereinbar seien. Letzteres umfasst die humanitären Mindeststandards, die auch während bewaffneter Konflikte eingehalten werden müssen. Es beruht auf dem Prinzip, dass Gewaltanwendung auch im Krieg nur gegen militärische Ziele gerichtet werden darf und unnötiges Leid verhindert werden muss. Atomwaffen hingegen wurden nach den Worten des Referenten für die großflächige Verwüstung von Städten konstruiert: „Ihr Einsatz lässt sich gar nicht auf militärischer Ziele begrenzen und fordert immer zivile Opfer.“

Dabei geht es, wie Anne Balzer eindrucksvoll schilderte, nicht nur um die unvorstellbare Zahl von Toten und Verletzten, die er fordern würde. Auch die Auswirkungen auf Landwirtschaft und Ernährung seien auf lange Sicht katastrophal.

Vor diesem Hintergrund lag die Frage, was passieren würde, wenn eine Atombombe über Warstein abgeworfen würde, nahe. Die Antwort lieferte die Referentin mit Hilfe eines Online-Tools. „Ich habe das mal mit einer B-61 durchgespielt.“ Dabei handelt es sich um eine vergleichsweise „kleine“ Atombombe, die in Deutschland gelagert wird und eine Großstadt in Schutt und Asche legen könnte. Das keiner der insgesamt 8820 Bewohner der Kernstadt diesen zum Glück nur angenommenen Supergau überleben würde, liegt auf der Hand. 9000 Tote und 21 500 Verletzte errechnete der Computer für den hoffentlich nie eintretenden Fall. Angesichts dieser Zahlen und Fakten erscheint das „Abkommen zum Verbot von Atomwaffen“, das im Juli 2017 durch die Vereinten Nationen zur Unterschrift freigegeben wurde, dringlicher denn je. Dass ihn die Mitglieder der Nato und damit auch die Bundesrepublik geschlossen abgelehnt haben, erscheint ICAN widersprüchlich, denn wer sich zu Menschenrechten und humanitärem Völkerrecht bekennt, sollte nach Ansicht der Referenten seinen Werten und Worten treu bleiben. Diese Meinung teilten viele der Zuhörer im Haus Kupferhammer. Sie unterschrieben an Ort und Stelle eine Petition an die Bundesregierung mit der Aufforderung, dem Vertrag zum Verbot von Atomwaffen beizutreten.

Soester Anzeiger vom 6.2.18.


Mittwoch, 7. Februar 2018



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